Das Missverständnis, das man vermeiden muss
Die Produktliste in ADI ist nicht dazu da, den kompletten operativen Shop zu ersetzen. Der Merchant-Agent kann weiter auf Shopify, WooCommerce, einem Marktplatz oder dem eigenen Commerce-Stack des Händlers aufsetzen.
ADI übernimmt eine andere Aufgabe: Es hält die autorisierte Referenz, gegen die ein zahlungsrelevanter Agentenverkauf geprüft werden kann.
Zwei Kataloge, zwei Aufgaben
Der Shop-Katalog ist operativ: Suche, Preislogik, Merchandising, Lager- und Fulfillment-Prozesse.
Der ADI-Trust-Katalog ist evidentiell: Er enthält die Produkte, die der Händler für kontrollierten Agenten-Commerce freigegeben hat.
Der Merchant-Agent darf den Shop-Katalog zur Interaktion nutzen, die final zahlbare Cart muss aber gegen den ADI-Katalog validiert werden.
Was bei einem Agentenverkauf passiert
Merchant-Agent-Verkauf mit ADI-Trust-Prüfung
Der Merchant-Agent verkauft im Shop-Kontext. ADI validiert die resultierende Cart gegen den freigegebenen Katalog, bevor eine Zahlung autorisiert wird.
sequenceDiagram
participant Buyer as Buyer-Agent
participant MerchantAgent as Merchant-Agent
participant Shop as Merchant-Shop
participant ADI as ADI Trust Layer
participant Issuing as Prepaid-Issuing-Karte
Buyer->>MerchantAgent: Frage Angebot an
MerchantAgent->>Shop: Lese Shop-Katalog und Bestand
Shop-->>MerchantAgent: Angebotsdaten
MerchantAgent-->>Buyer: Vorgeschlagene Cart
Buyer->>ADI: Sende AP2-Cart und Payment-Mandat
ADI->>ADI: Prüfe SKU, Händler, Aktivstatus, Preis und Bestandsreferenz
alt Cart passt zum Trust-Katalog und zur Wallet/Karten-Policy
ADI->>Issuing: Autorisiere Prepaid-Karteneinsatz
Issuing-->>ADI: Autorisierungs- und Transaktionsereignisse
ADI-->>Buyer: Receipt und Audit-Trail
else Cart passt nicht zum Trust-Katalog
ADI-->>Buyer: Ablehnung mit Begründung
end Was ADI konkret prüft
Der Payee ist einer bekannten Händlerorganisation zugeordnet.
Jeder Warenkorbposten enthält eine SKU, die im freigegebenen Händlerkatalog existiert.
Das Produkt ist aktiv und gehört zu genau diesem Händler.
Menge und Preis passen zur vertrauenswürdigen Referenz.
Der zahlbare Gesamtbetrag wird aus der vertrauten Katalogreferenz geprüft und nicht blind dem Agenten geglaubt.
Wovor das schützt
Ohne separate Trust-Referenz kann ein Merchant-Agent Produkte anbieten, die nicht mehr freigegeben sind, Preise nennen, die nie bestätigt wurden, oder Kombinationen verkaufen, die der Händler so nicht autorisiert hat.
Mit ADI wird die final zahlbare Cart nicht mehr zu einem bloßen Textversprechen eines Agenten, sondern zu einem überprüften Objekt mit Händlerbindung, Katalogreferenz, Mandat, Karten-Policy und Audit-Trail.
Der nächste Härtungsschritt
Katalogeinträge sollten versioniert werden, damit Receipts exakt auf den freigegebenen Produktzustand zeigen.
Preis- und Währungsprüfungen sollten explizit mandatsgebunden sein.
Katalogänderungen sollten selbst auditierbare Governance-Ereignisse werden.
Für High-Value-Commerce können signierte Katalog-Snapshots die Referenz zusätzlich kryptografisch binden.